Arbeitsrecht an Weihnachten: Wir fassen zusammen, was Sie wissen sollten:

Müssen Arbeitnehmer Heiligabend und Silvester arbeiten?

Die beiden Weihnachtsfeiertage, 25. und 26. Dezember, sind gesetzliche Feiertage. Also hat jeder Arbeitnehmer, der nicht zur Arbeit auch an diesen Tagen eingeteilt ist, frei. Gleiches gilt für den Neujahrstag, 1. Januar. Heiligabend und Silvester sind rechtlich gesehen keine Feiertage. Arbeitnehmer müssen sich also grundsätzlich Urlaub nehmen. Es sei denn, es handelt sich um eine so genannte betriebliche ÜbungAls betriebliche Übung bezeichnet man den Umstand, dass ein Arbeitnehmer aus der regelmäßigen Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen des Arbeitgebers zu Recht ableiten darf, dass der Arbeitgeber sich auch in Zukunft bzw. auf Dauer so verhalten wird…. Mehr: Wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern in den Jahren zuvor (mindestens drei Jahre in Folge) an Heiligabend oder Silvester frei gegeben hat, können sie das für auch für im nächsten Jahr erwarten. Die Tage „zwischen den Jahren“, also zwischen Weihnachten und Neujahr, sind normale Werktage. Zu Hause bleiben darf also nur, wer Urlaub hat.

Gehen bei der Urlaubsplanung Eltern von Kindern vor?

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, den Urlaubsantrag aus Betriebsgründen ablehnen. Liegen Urlaubswünsche mehrerer Mitarbeiter vor, haben Anträge aus sozialen Gründen Vorrang: Arbeitnehmer mit Familie können beispielsweise eher mit Urlaub rechnen als Alleinstehende.

Steht Arbeitnehmern Weihnachtsgeld zu?

Liegt eine betriebliche Übung vor (d.h. in den Jahren zuvor wurde jedes Jahr Weihnachtsgeld gezahlt), darf der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nicht streichen. Es muss also auch im Folgejahr gezahlt werden. Letztendlich gilt jedoch die Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Außerdem besteht ein Gleichbehandlungsgrundsatz: Wenn einem Mitarbeiter Weihnachtsgeld vertraglich zusteht, steht es auch den anderen Mitarbeitern zu. Weitere Fragen zum Weihnachtsgeld beantworten wir im Video. 

Dürfen Angestellte ihren Arbeitsplatz weihnachtlich dekorieren?

Wer das Büro weihnachtlich dekorieren möchte, muss seinen Arbeitgeber um Erlaubnis fragen. Zuwiderhandlungen können tatsächlich zu Abmahnungen führen, vor allem wenn Dekorationen die Gesundheit oder dem Unternehmen schaden können. Allgemein gilt natürlich: Sicherheit geht vor. Das Wichtigste – gerade zur Weihnachtszeit – ist es, die Brandschutzverordnung einzuhalten.

Darf der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern etwas schenken?

Meist zahlen Arbeit­geber ihren Mitar­beitern Weihnachtsgeld und Grati­fi­ka­tionen anstelle eines Geschenks. Entschließt sich der Chef dennoch, seinen Arbeit­nehmern etwas zu schenken, darf er selbst entscheiden, wer ein Geschenk erhält. Er muss alle nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen beschenken. Einen Anspruch auf Gleichbehandlung haben die Mitarbeiter nicht. Alles Wichtige zum Thema Compliance Geschenke von und für Geschäftspartner finden Sie in unserem Blog-Beitrag: 5 goldene Compliance Regeln für Geschenke von Geschäftspartnern

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Sie haben Fragen zum Thema Arbeitsrecht an Weihnachten, Weihnachtsgeld, Urlaub, Compliance oder anderen arbeitsrechtlichen Belangen wie Kündigung oder Abmahnung? Als Ihr Anwalt für Arbeitsrecht in Köln beraten wir Sie rechtssicher zu allen Angelegenheiten rund um das Arbeitsrecht. Rufen Sie uns an: 0221-2921920


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